Bewerbungsmarathon und glückliche Zufälle

Mann, das war vielleicht ein Tag gestern. Zunächst möchte ich noch mal erwähnen, dass mein Opi-Fanclub vom Praktikum einfach der Hit ist. Donnerstag hat Tanaka-san in den Pausen ganze Arbeit geleistet, mich zu beruhigen, Okada-san holte mich morgens schon mit dem Auto ab, damit ich mein Gepäck nicht tragen musste, und fuhr mich nach der Arbeit auch zum nächstbesten Bahnhof, damit ich leichter nach Shizuoka kam. Und dann kam auch noch Sone-san, mein Lieblingsopi, in der Pause an und schenkte mir einen O-Mamori, einen japanischen Glücksbringer, eigens für mich am Schrein gekauft. Ein O-Mamori für das Bestehen von Prüfungen/Bewerbungsgesprächen – ist das mal süß oder was?
x3

Gestern war alles ziemlich chaotisch und ich war ziemlich oft ziemlich durch innerlich, ich meine, so ein Haufen Bewerbungsgespräche ist halt schon eine Herausforderung, und das dann auch noch auf einer Fremdsprache – joa, ist hart. Inhaltlich darf ich gar nicht so viel erzählen, aber das erste Gespräch, das ich mit den Leuten aus der IT-System-Abteilung führte, lief schon mal ganz gut. Ich glaube zumindest, mit denen habe ich mich gut verstanden, und die meinten auch die ganze Zeit, ach, von Technik keine Ahnung haben ist kein Hindernis, du fängst einfach bei Null an und dann passt das schon, du musst halt nur echt viel lernen. - Das soll mich ja nicht abschrecken, letztlich bin ich ja ein fleißiges Bienchen. Danach bekam ich allerdings einen kleinen Rüffel von der Dame aus der Personalabteilung, die mich gestern den ganzen Tag begleitet hat, weil sie meinte, ich sei zu schüchtern und solle mich mal besser verkaufen. Mach ich, dachte ich mir, und bereitete mich auf das Gespräch mit der Content&Service Abteilung vor, das allerdings ausfiel, weil die Herrschaften keine Zeit hatten. As in: am 28.09. habe ich noch mal ein Bewerbungsgespräch. XDD Es ist ein Alptraum ohne Ende. Danach kam dann der Superchef der IT-System-Abteilung, und der war mal der Knüller. Super witzig, super weiter Horizont, der Mann war spitze. :3 Und der hat auch die ganze Zeit mit mir geredet, als sei ich quasi schon eingestellt, das hat mich sehr ermuntert, ganz locker mit ihm zu plaudern und wir haben uns echt prima verstanden. Der Job, den ich in dieser Abteilung machen würde, ist genau genommen der eines Server Engineers, das heißt, IT und Systemtechnik pur. Genau genommen würde ich mit den anderen IT-lern zusammen die Systemgrundlage schaffen, auf der die technischen Entwickler dann die Spiele entwickeln. Das ist doch total verrückt. Ich als IT-Maus. XDDD Ich kann es mir aber nach dem Gespräch mit dem Herren irgendwie trotzdem vorstellen, er hat mir viele Tipps gegeben, wie ich mich auf die Arbeit vorbereiten kann und irgendwie bin ich total motiviert, das zu rocken. Denn mal ehrlich, wenn ich diese technischen Grundlagen erlerne, kann ich bestimmt irgendwann auch zu den graphischen Entwicklern wechseln – mit nem Haufen IT Wissen im Gepäck sollte das doch klappen. Das folgende Gespräch mit der Online Service Abteilung war nicht so gut. Ich wollte mir den Rat meiner Personal-Dame zu Herzen nehmen und habe versucht, mehr auf meinen Fähigkeiten rumzuhüpfen, aber die haben mir ziemlich viele schwierige Fragen gestellt – und da das die Abteilung ist, die mich irgendwie am wenigsten interessiert, habe ich mich teils ziemlich dumm angestellt (zumindest nach meinem Empfinden) und noch dazu kam ein Konzentrationstief hinzu, das Japanisch wollte einfach nicht mehr rauskommen. Blah. Ziemlich viel Wortkotze und danach sagte die Personal-Dame dann: Ja blah, nur, weil du mit solcher Arbeit durch deine Nebenjobs Erfahrungen hast, heißt das nicht, dass du das auf der richtigen Arbeit auch könntest, da musst du aber mit deinen Formulierungen aufpassen. ---- Bluuuubb. Ich bin doch nicht doof, natürlich weiß ich, dass Anforderung und Stress bei der Arbeit einer japanischen Firma mal um einiges heftiger sind, ich habe lediglich erwähnt, was ich an der Uni so gearbeitet habe und welche Grundlagen ich in Sachen Organisationsstärke und Kommunikationsskills mitbringe... Na, wie auch immer. Das letzte Gespräch mit der Quality Assurance lief meiner Meinung nach am besten. Ich habe mich mit dem GM gut verstanden und glaube ich sehr deutlich gemacht, dass ich auf diesen Job richtig, richtig Lust habe. Zumindest gefühlt habe ich bei dem einen guten Eindruck hinterlassen und hey, ich will diesen Job. Ich will ihn!

Wie das alles ausgeht, ist deswegen natürlich noch lange nicht geklärt. Die Personal-Dame machte mir auch noch mal klar, dass bisher überhaupt nichts entschieden ist. Kann sein, dass keine der Abteilungen mich nimmt und dann war es das, kann aber auch sein, dass mehrere Abteilungen Interesse an mir zeigen und ich mir aussuchen darf, wo ich hin will. Am 28. wie gesagt noch mal ein Bewerbungsgespräch, innerhalb der ersten 2 Oktoberwochen dann die endgültige Ab- oder Zusage. Gott, bei dem Gedanken daran wird mir schon schlecht. XD“

 

Abends war ich einfach mal total fertig und kaputt, aber Yukos und mein Plan, in meiner Lieblingskneipe hier in Yokohama Azamino noch ein Bierchen zu trinken, stand natürlich trotzdem. Zuerst war ich echt verlockt zu sagen, nee Liebes, lass uns das verschieben; aber da der Wunsch, bei Bier und Kippen ein wenig abzuschalten, größer war als die Müdigkeit, habe ich mich doch noch mal ein bisschen hübsch gemacht und bin mit Yuko los. Sollte sich als die richtige Entscheidung herausstellen – ich liebe diese Kneipe einfach. Das ist das japanische Zebulon <3 Ich kenne die Kellner und ein paar der Stammgäste mittlerweile ja auch und als wir gestern reinkamen, blieben wir direkt am ersten Tisch beim Eingang kleben, weil Yuko einen alten Bekannten, mit dem sie früher im Tully's gejobbt hat, entdeckt hat. Tsubasa, bekennender Game-, Anime- und J-Rock-Nerd und der schätzungsweise offenherzigste Japaner, den ich je getroffen habe, hat mich mal direkt belagert und die nächsten 2 Stunden klebten wir zu zweit an der Theke und haben uns mit Nerd-Gesprächen nur so bombardiert, während Yuko mit ein paar anderen Bekannten irgendwie immer weiter im Laden verschwand. Ich habe zwar zwischenzeitlich versucht, sie wieder zu mir heran zu winken (letztlich waren ja Yuko und ich zusammen da ;_; ), aber irgendwie hat sie das grinsend ignoriert und mich meinem Schicksal überlassen. Die Frau, ey... War nichtsdestotrotz ein großartiger Abend und ich habe seit meiner Ankunft hier in Japan kein so anregendes und witziges Gespräch geführt. Ich stelle einfach immer wieder fest: mit Leuten, die dieselben Passionen teilen, kann man eben doch am besten quatschen. :3 (Natürlich durften Tsubasa und ich uns von ein paar der älteren Stammgäste gleich mehrmals anhören, dass wir am besten direkt heiraten sollten, von wegen super match und so. Alter, das hat extrem genervt. << In Japan dürfen sich Menschen unterschiedlichen Geschlechts auch einfach nicht prima verstehen, ohne dass sie direkt zum neuen Paar erklärt werden -__-; Was ist bloß los mit den Leuten hier? XD ) Als wir gegen Mitternacht zu dritt das Geschäft verließen, weil wir in dieselbe Richtung mussten, waren wir auf jeden Fall alle extrem aufgekratzt, ausgelassen und gut gelaunt. Ich habe schon eine ganze Weile nicht mehr so viel gelacht wie gestern Abend und bin immer noch total happy, weil die Leute hier in Yokohama einfach so großartig sind! <3 <3 Es war traumhaft.

 

Und heute geht es direkt weiter, um 13h treffe ich mich mit Mariko und dann geht’s ab nach minatomirai, den vielleicht schönsten Ort in Yokohama, bevor ich abends bei ihr zum Essen eingeladen bin und auch bei ihr übernachte. x3 ach, das wird fein und ich freue mich vor allen Dingen darauf, ihren Vater kennen zu lernen, der (wie ich aus vielen Erzählungen von Mariko weiß der absolute Obernerd ist, was Videospiele angeht. XD


Btw, ich liebe das japanische Wetter. 6 Wochen Aufenthalt, gut 6 kg weniger auf den Hüften. Es ist ein Traum und ich muss nicht mal etwas dafür tun. XDDD

 

Ich wünsche euch einen großartigen Tag, ihr Lieben! <3

15.9.12 03:59

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