Leben und so

Hach.
Bin ich kaputt.

Gestern war ein relativ langweiliger Tag, weil wir in der Werkstatt keine Tests auf dem Plan hatten, sodass ich von einer Ecke zur nächsten gekrümelt bin und versucht habe, hilfreich zu sein, wo ich nur konnte. Das klappte aufgrund der Tatsache, dass meine jungen, größtenteils sehr charmanten Kollegen fast alle mehr so der Kategorie Gentleman angehören, nicht so sonderlich gut, weil sie lieber alles umständlich allein gemacht haben, als mir irgendwelche körperlich anstrengenden oder schmutzigen Arbeiten aufzudrücken. XDDD Schade! War aber irgendwie trotzdem ganz lustig, vor allem, weil ich es zwischendurch geschafft habe, mich mit unserem Werkstattvorsteher (falls es dieses Wort gibt) allein um die Maschine zu kümmern, an der ich mit Sugimoto-san vor ner Weile schon ziemlich oft rumgeschraubt habe; das heißt, für eine halbe Stunde war ich richtig cool, weil ich unter den wachsamen Augen von Ito-san allein Teile einer Maschine zusammengebaut habe. Da fühlte ich mich ganz groß und war irgendwie auch stolz auf mich xD Ich sag's ja, ich werd hier noch zum Handwerker.
Ansonsten war gestern aber leider Ebbe mit nützlich sein und ich hatte eher das Gefühl, immerzu im Weg rumzustehen. Die sinnvollsten dreißig Minuten waren noch die letzten vor Feierabend, als ich die Messwerte meiner 'reizenden' Kollegin (wir mögen uns. Nicht.)  in eine Exceltabelle eingefügt und damit ein paar Rechnungen angestellt habe - 30 Min eines 9-Stunden-Tages nützlich zu sein,  ist schon hart. ^^;;

Heute gings um halb acht mit einem Vorgesetzten zusammen los auf Geschäftsreise nach Shiga-ken (in der Nähe von Kyoto). Das bedeutete in erster Linie: 3 1/2 Stunden Anfahrt, die es mit Gesprächen zu füllen galt. Scheinbar bin ich aber zumindest außerhalb der Firma ein interessanter Mensch, da das Gespräch nicht abriss und ich aufgrund meines doch recht ausführlichen Wissens über japanische klassische Literatur echt viel zu sagen hatte, alsbald ich das Thema erst mal auf Literatur gelenkt hatte. xD Da war mein Vorgesetzter doch glatt ein wenig beeindruckt (was er mir auf dem Rückweg ziemlich oft gesagt hat, irgendwann hats genervt).
Die "Geschäftsreise" selbst stellte sich mal wieder als Kengaku (wir erinnern uns: rumlaufen und Dinge gezeigt bekommen) heraus und im Endeffekt sind wir ohne Scheiß vierzig Minuten rumgelaufen und haben dabei zugesehen, wie ein paar unserer Kollegen von uns unsere Sterilisationsmaschine für einen Lebensmittelhersteller zusammenbauten,  um dann wieder zurückzufahren. As in:  wir sind über 7h Auto gefahren, um 40 Minuten  den Aufbau einer Maschine anzuschauen, die bei uns in der Werkstatt und in der Fabrik auch rumsteht. Eh... ja, whatever. Fand ich ziemlich nutzlos, ehrlich gesagt, war aber trotzdem ein lustiger Tag und ich habe viele interessante Gespräche geführt, wenn ich schon nichts gelernt habe. XD Mein Highlight war noch das Mittagessen, als ein Kollege in meinem Alter mit von der Partie war, der der totale Gamenerd ist und dann erst mal eine ausgedehnte Diskussion mit mir darüber führte, welcher FF Teil denn nun der Beste sei. :D Leider arbeitet dieser Kollege in unserem Sitz in Osaka, nicht hier in Shizuoka, sonst hätte ich mich in Zukunft an ihn getackert - der war mal so was von herzlich und nett und ist mir während der Besichtigung die ganze Zeit hinterher gelaufen, um unser Gespräch weiterzuführen *lol*  Ist ja klar, wenn man mal jemanden trifft, mit dem man sich tatsächlich anfreunden könnte, wohnt der schlappe 4h Autofahrt entfernt in einer richtigen STADT. xD

Ich bin ja mal sehr gespannt auf unsere Nomikai morgen Abend. Inzwischen habe ich sogar eine Nachricht mit den Namen der Teilnehmer bekommen; den Großteil der Leute kenne ich bereits, sind alles liebe, nette Leute in meinem Alter - Kondo ist leider nicht mit von der Partie (das wäre sonst lustig geworden), und auch ein paar andere Leute, mit denen ich gern mal ein bisschen ausführlicher geplaudert hätte, kommen nicht. Dafür kommt - zum Glück - meine eine Kollegin nicht mit, die mich die ganze Zeit behandelt wie das Oberdummchen, wofür ich sehr dankbar bin, und auch eine gewisse andere Person ist nicht dabei, die es stets schafft, mich Karussell im Kopf zu machen - as in: wird voll der gechillte Abend mit lauter lustigen, netten Leuten! Yay! ^__^b  besonders die Mädels, die dabei sind, finde ich alle richtig nett, und die Herren der Schöpfung, die sich morgen Abend mitbequemen, sind alle mehr oder minder Game-Nerds, kann also gar nichts schief gehen, wenn ihr mich fragt. ^_^ Waah, ich FREU mich so darauf, hier mal wegzugehen und mich mal mehr als 5 Minuten am Stück mit meinen Kollegen über Dinge zu unterhalten, die nichts mit Arbeit zu tun haben, das wird bestimmt großartig. <3

 

So viel also zum Thema Leben. Läuft irgendwie alles, manches extrem gut, manches mehr so mittel - wie man das eben so kennt. Schönen Abend noch, ich hau mich jetzt faul aufs Bett und genieße die Tatsache, dass ich eine Klimaanlage habe. XD

6.9.12 14:27, kommentieren

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Da bin ich wieder! Yukos Mama ist eine Heldin und der Versand ging wirklich beeindruckend fix. :3

 

Was gibt es zu erzählen? Mein Wochenende war zwar ziemlich toll, weil ich in Yokohama war, aber herrje, war das eine teure Angelegenheit. Einen ganzen Tag in Shinjuku zu verbringen, endet einfach immer BÖSE. xD  Und wenn man dann noch auf der Jagd nach Geburtstagsgeschenken seinen inneren Hass überwindet und sich am Samstagnachmittag nach Harajuku begibt, was ja mehr so Kopfschuss ist, gibt man ganz automatisch noch mehr Geld aus, ohne etwas dafür zu können.   Mal ohne Scheiß, ich habe dieses WE sehr schöne Klamotten für mich und ein - wie ich finde - ganz großartiges Geschenk gekauft, aber herrje, ich habe jetzt schon ein ziemlich schlechtes Gewissen meinem Geldbeutel gegenüber. ^^;;
Ich war unter anderem mit Yuko auch auf dem Tocho, Rathaus in Shinjuku, und habe dort mal wieder einen Batzen Postkarten gekauft - tapfer wie ich bin, ganze zwanzig Stück auch noch am selben Abend geschrieben. Meine Lieben, für alle, die schon einmal eine Postkarte aus Tokyo von mir bekommen haben: Ich habe in diesem Leben einfach schon zu viele Karten aus Japan verschickt. Solltet ihr dasselbe Motiv noch mal bekommen, tut es mir leid. Ich habe keine Ahnung mehr, wer welche schon besitzt. ^__^; 

 
Als Belohnung nach dem langen Samstag hatte ich dann eine Mail von SE, dass sie mein Motivationsschreiben lieber anders hätten und ich es noch mal umschreiben soll (ich habe mich scheinbar nicht deutlich genug ausgedrückt). War schön, den Sonntagvormittag stundenlang an dem Ding zu sitzen, obwohl ich so viele andere Dinge tun wollte. <_<   Na ja, was will man machen? Ich hab es auf jeden Fall fertig gekriegt und dieses Mal ist scheinbar alles okay gewesen. ^_^b 

Danach hat Yuko mir die Haare gefärbt, sodass ich jetzt wieder einigermaßen hübsch auf dem Kopf aussehe und mich wieder im Spiegel ansehen mag. x3  Nach einem schnellen Kaffee mit Mariko ging es dann auch schon wieder zurück nach Yoshida-cho, aber dank (...) meines Bewerbungsgespräches fahre ich nächste Woche Donnerstag am Abend ja schon wieder nach Yokohama. Und wie sich heute glücklicherweise herausstellte (zumindest, sofern ich die heutige Mail von SE richtig verstanden habe), bezahlen sie mir sogar die Fahrtkosten. Yay! ^_^
Ich finde es übrigens sehr lustig, zu überlegen, wie viele Mails ich in letzter Zeit mit dieser Firma ausgetauscht habe. Ich glaube, in den letzten Wochen hat nur meine Mama mir noch häufiger Mails geschrieben als SE XDDDD

 

Heute fühlte ich mich eine Hälfte des Tages sehr unnütz auf der Arbeit, weil wir einen Kunden da hatten und ich bei so einem Maschinentest vor Kunden natürlich nix weiter machen darf, als im Weg rumzustehen, aber am Nachmittag hat mein Bro Kondo-san einer Kollegin und mir dann noch einmal die Welt der Sterilisationsmaschinen etwas näher gebracht - da konnte ich sogar ein wenig glänzen, weil ich nun mal ein Streberkind bin und das Prospekt zum Thema Sterilisationstechniken vor zwei Wochen schon mal gelesen habe; dementsprechend konnte ich sogar kluge Fragen stellen und Dinge dazu sagen, die tatsächlich Inhalt hatten. Erstes Erfolgserlebnis in Sachen Maschinenlehre, YAY! ^__^b Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal anmerken, dass Kondo einfach ein extrem cooler Kerl ist - so eine Kodderschnauze, der Junge, spielt gern den Rebellen und Scherzkeks, ist aber Hammer (!!!) intelligent und hat ein Bild von seiner bezaubernden kleinen Tochter auf dem Desktop-Hintergrund - ist ja eh schon hart sympathisch, aber mit dem kann man einfach auch mal LACHEN. Dafür allein ist er ja mein Lieblingsbetreuer (obwohl er genau genommen seit 2 Wochen nicht mehr mein Supervisor ist; wenn er Zeit hat, beschäftigt er mich trotzdem gelegentlich xD ). Mit den meisten Leuten in der Firma kann man sich zwar nett unterhalten, aber einfach keinen sinnlosen Schwachsinn reden. Dagegen ein Auszug aus meinem Gespräch mit Kondo heute Nachmittag (in deutscher Übersetzung natürlich), als ich ein - tatsächlich sehr unvorteilhaftes - Bild von ihm am Sicherungskasten der Sterilisations-Testmaschine entdeckte.

Rike: ... boah. Das Bild ist ja mal... geil. Sehr sexy, Kondo-san. (die Ironie konnte man nicht überhören)
Kondo: Ja, ich weiß, ich bin heiß.
Rike: Oh ja, unglaublich.
Kondo: Willst du das Bild haben?
Rike: Unbedingt.
Kondo: Ich gebs dir, aber nur, wenn du es auch an die Wand hängst.
Rike: Aber hallo. Ich werde es jeden Morgen begrüßen und Richtung Kondo beten.
Wir beide: LOOOOL.

Genau das meine ich. Erst mal die Dreistigkeit zu besitzen, ihn für das Foto zu verlachen, würde ich mir niemandem sonst gegenüber hier rausnehmen, und so ein Schwachsinnsgespräch tut einfach zwischenzeitlich mal so unglaublich gut, weil es sich locker und vertraut anfühlt. Ich habe Kondo sehr lieb, einfach bloß, weil er mir das Gefühl gibt, dass wir WIRKLICH gut klarkommen und nicht nur auf der oberflächlichen Höflichkeits-Ebene. Und jemand, mit dem man Albern kann, der einem Grimassen zieht und einen behandelt wie einen Kumpel, ist hier in diesem Kaff wirklich goldwert. :3

4.9.12 15:33, kommentieren

Kleine Freuden

So, genug Batterie gespart für einen kleinen Post, morgen dürfte mein Reiseadapter - glücklicherweise von Yukos Mama nachgeschickt - eintreffen und ich bin wieder richtig erreichbar.

 

Nur vorab eine kleine Bemerkung zu den Kommentaren auf meinem Blog: Dieser Blog ist öffentlich, das heißt, jeder kann darauf zugreifen und kommentieren; man wundere sich also nicht über gelegentlich sehr seltsame Kommentare. Vom Spam mal ganz abgesehen.

 

Der Grund, warum ich ziemlich gute Laune habe, obwohl ich auf dem Rückweg von der Arbeit mal so was von vollgeregnet wurde (wie gestern auf dem Weg vom Bus zu meiner Wohnung übrigens auch <_<, ist, dass dieser Nachmittag so unglaublich kommunikativ und lustig war. Nachdem ich den Vormittag fast ununterbrochen schweigend an der Seite einer Kollegin verbracht habe, die mal gar keine Lust auf mich hatte, schob sie mich nachmittags glücklicherweise an zwei ihrer Kollegen ab - an ein unglaublich nettes, zuckersüßes Mädchen und den so ziemlich coolsten Typen, der mir bisher hier in der Firma untergekommen ist. Die zwei waren richtig herzlich und haben super viel mit mir gequatscht, as in: Wir reden nicht über Arbeit, zeigen trotzdem Interesse und halten das Gespräch am Laufen. Gott, was war ich die ganze Zeit glücklich, dass ich endlich mal die Gelegenheit hatte, mit ein paar meiner jungen Kollegen (beide in meinem Alter) zu reden und nicht dem eisernen Schweigen gegenüber zu stehen, dass mir sonst wie eine Wand entgegenkommt. :D Sehr cool ist, dass die beiden am Freitagabend auch mitkommen, also weiß ich im Zweifelsfalls schon mal, an wen ich mich halten muss, wenn ich nicht einen Abend gepflegter Ausgrenzung erleben will. XDDD Jetzt freu ich mich wirklich auf Freitag. ^_^b

 

Ich hoffe, ihr seid alle wohlauf und lasst es euch gut gehen. In Kürze dann wieder mehr aus dem Nirgendwo~ x3

1 Kommentar 3.9.12 11:01, kommentieren

Ich bin so geil.

Da habe ich vorhin, als ich meine Tasche für die Abfahrt aus Yokohama gepackt habe, mein Ladekabel fürs Netbook aus der Steckdose gezogen und nicht gemerkt, dass der REISEADAPTER, teures, kostbares Gut im Ausland, scheinbar in der Steckdose stecken geblieben ist - er ist zumindest nicht in meiner Tasche.

 

As in: in einer Stunde ist mein Akku leer und ich sitze komplett ohne PC da. Ich geh mich erschießen. Ehrlich.

Drückt mir die Daumen, dass Yuko mich genug liebt, mir das Ding per Post zuzuschicken. ;__;

4 Kommentare 2.9.12 14:12, kommentieren

Mädchengeplapper

Hach, es wird mal wieder Zeit, ein wenig aus dem weiblichen Nähkästchen zu plaudern. Hin und wieder tut das ja mal Not, also möge mir mein einziger männlicher Leser verzeihen, dass dieser Eintrag verhältnismäßig belanglos und unspannend wird. ;3

 

Ich liebe Japan wirklich, aber manches erweist sich ja doch als ziemlich unpraktisch, wenn man als Europäer hier herumläuft.

Strumpfhosen zum Beispiel. Da bin ich doch tatsächlich  der Illusion erlegen, mir auch so ein süßes Paar Strumpfhosen kaufen zu können, wenn ich schon mal hier bin. Japanische Strumpfhosen werden allerdings nicht nach Körpermaße, sondern Körpergröße in verschiedene Größen eingeteilt. In der Regel gibt es alles Strumpfhosen, die nur irgendwie niedlich sind - und davon gibt es hier viele - nur im Format "M-L". Das bedeutet in Japan: für jeden Körper zwischen 150-165cm. Ahahaha. Wer größer ist als der Durchschnitt, braucht sich bloß nicht einzubilden, schöne Strumpfhosen tragen zu dürfen. <<"

 Als Deutsche mit Edelblässe, wie ich es gerne nenne, sehe ich natürlich ohnehin jeden Tag aus wie eine Tomate, sobald ich das Haus verlasse; die Tatsache, dass ich ständig einen Helm trage und es so unglaublich warm ist, macht den Zustand meiner Haare nicht besser - geschweige denn das japanische WASSER. Es ist ein Traum, sich abends ein schöns Bad mit Kokosduft einzulassen, sich reinzulegen, tief durchzuatmen ---- und erst mal einen ordentlichen Zug Chlor die Kehle hinab zu befördern. XDDD Oh mann, abgesehen davon, dass Chlor halt echt nicht der attraktivste Duft der Welt ist, zerschrottet mir das japanische Wasser so derbe die Haare, ich werde vermutlich erst mal ein paar cm lassen müssen, sobald ich wieder in Deutschland bin. ;__;  Und darüber empfinde ich ehrliche, tiefe Trauer.

Von japanischen Männern will ich ja gar nicht erst anfangen, dass endet nur in Depressionen und Komplexen, aber du liebe Güte, ich bin natürlich als Japanologin dazu prädestiniert, hier ziemlich viele Leute extrem attraktiv zu finden - ganz mies fürs Ego, wirklich.

 

Aber es gibt ja auch positive Dinge für Mädchen aus dem Ausland in Japan.

Das Wetter zum Beispiel. In Kombination mit Arbeit in der Fabrik wirkt sich das sonnig-schwüle Arschlochwetter erstaunlich positiv auf die Figur aus. Ihr Lieben, ich kenne euch doch alle, und quasi jede von euch meckert ständig über ihr Gewicht - kommt rüber, Sommer in Japan gleich abnehmen leicht gemacht! XDDD Okay, natürlich gestaltet sich meine Tagesplanung auch so, dass ich ohnehin nicht sonderlich häufig überhaupt etwas esse, und mal im Ernst, ich gebe mein Geld halt lieber für Kippen und Fahrten nach Tokyo aus, aber ist das SCHÖN, seine einst engsten Shirts anzuziehen, sie an sich schlabbern zu sehen und in japanischen Klamottenläden Kleider kaufen zu können, weil man wieder eine Taille hat XD" Ich habe keine Ahnung, wie viel ich in den vergangenen 4 Wochen abgenommen habe, aber ich werde es am WE erfahren, wenn ich wieder bei Yuko bin. Man ist gespannt. ;3
Gerade habe ich mir in Anbetracht der Tatsache, dass heute Essen mal wieder spärlich ausgefallen ist, einen extrem geilen Cookie Vanilla Choco Ice Parfait Becher gegönnt, ALTER, war das gut. XDDD Ich frag mich zwar, ob Japanerinnen dieses monströse, übertrieben große Ding überhaupt ganz  runterkriegen, aber es war himmlisch lecker und die erste richtige Süßigkeit, die ich seit einer ganzen Weile gegessen habe. Love <3

 

Und ein HOCH auf das japanische Niedlichkeitssyndrom. Ja, ich gebe es ja zu, ich bin ein verfluchtes Mädchen, aber in einem Laden zu stehen, der lauter Haarbänder mit Schleifen und Spitze und Rüschen und Schnickschnack für 300 Yen pro Stück raushaut, macht mich GLÜCKLICH! ^__^b  Vor allem, wenn ich direkt danach in einem An-/Verkauf-Nerdladen lande, wo mir mal eben die ersten 4 Pandora Hearts Bände für 150 Yen (!!! ;_ pro Stück ins Auge springen. Gott, ich habe innerlich geweint vor Glückseligkeit. Schade, dass ich Manga mittlerweile so schnell lese, dass alle vier innerhalb von 3h verköstigt waren. xD Gibt nur eine Lösung: da muss ich nächstes WE noch mal hin und hoffen, dass sie mittlerweile Bd. 5 aufwärts da haben. x3 

 

Samstag werde ich jedenfalls hoffentlich endlich WIRKLICH mal nach Shinjuku fahren (also, für etwas anderes als ein Bewerbungsgespräch), bisher machten mir das Krankheitsphänomene ja unmöglich.   Aber ich möchte endlich mal wieder dort durch die Straßen laufen, extrem verwirrt sein, Postkarten kaufen, Geschenke kaufen, eventuell ein bisschen Glück in Form von Klamotten und Schmuck mitgehen lassen,  etc. --- all die guten Dinge, die man nirgends so schön tun kann wie in Tokyo. ;3  Herrje, wenn ich überlege, wie sehr ich shoppen generell verabscheue, muss ich mir jedes Mal selbst an den Kopf fassen bei der Feststellung, wie sehr ich in Tokyo zum Mädchen mutiere XDD

 

Oh, und btw. Vielleicht lass ich das mit SE und werde doch ein japanisches Idol. XDDD Nee, Scherz beiseite, das war nur eine charmante Überleitung hin zu der Tatsache, dass ich es heute in die Shizuoka Tageszeitung geschafft habe *lach* Wir Praktikanten mussten gestern ins Governmental Office, um Halbzeitbericht abzuliefern, und die anwesende Reporterin hat beschlossen, dass Sebastian, mein nerviger, dezent arroganter, aber irgendwie ganz netter Kumpane aus England, mit dem ich mich gelegentlich mal in Shizuoka Stadt treffe, wenn uns beiden das Dorfleben zum Hals raushängt (leider und zum Glück wohnt er ziemlich weit  weg von mir, sodass wir uns nur alle 2, 3 Wochen mal sehen), und ich die interessantesten Praktikanten sind, sodass über uns sogar ein paar Worte in ihrem Artikel fielen und wir sogar zitiert wurden. xD Hach, das Dorf, das Dorf. Da sind ein paar ausländische Praktikanten eben sogar einen Artikel wert.

 

Am 7.9. findet ein gemeinsames 'Wir nennen es Essen-aber in Wirklichkeit wollen wir saufen-Treffen' statt, organisiert von einer jungen Kollegin; wie ich das so von Lin herausgehört habe, ist einer der Hauptgründe, dass ich hier bin und die jungen Leute mal kennen lernen soll, das heißt, die Einladung für dieses Treffen ging an sämtliche Leute unter dreißig in unserer Firma XDD (davon haben wir so an die 20 Personen) Finde ich ja spitze, vor allem, weil die Gute mir gerade schon schrieb, dass bisher 10-15 Leute zu kommen scheinen. Wenn der Abend gut läuft, muss ich also für die letzten drei Wochen vor meiner Rückkehr nicht mehr permanent allein abhängen. Man soll ja nicht euphorisch werden, aber es klingt auf jeden Fall nach einer guten Gelegenheit, sich ein bisschen in die Gang aus Fabrikarbeitern, Technikern und Büroladies zu integrieren. :3 Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf und werde natürlich berichten, wie es so aussieht, wenn die jungen Leute aus meiner Firma sich treffen, um zu trinken. XD

 

So weit, so gut, stay tuned! x3

1 Kommentar 30.8.12 13:21, kommentieren

Bam-ba-damm-bam

Hatte ich vor kurzem noch behauptet, ich sei gar nicht so aufgeregt wegen des Bewerbungsgesprächs? Tjahaha, das änderte sich gestern Abend schlagartig, als ich eine Mail von SE bekam, in der der Ablauf des "Gesprächs" erläutert wurde.... muahaha, und es ist Zeit, das hysterische Lachen wieder auszugraben, Leute!

Erst mal sind es nicht die Chefs von drei, sondern von FÜNF Abteilungen, und die kommen nicht zu einem Gespräch mit mir zusammen, nein, das schlägt sich in fünf separate Gespräche hintereinander nieder - as in der ganze Spaß geht von 10-19 Uhr!!

x___X  Oh mann, ich geh kaputt. Also, ich meine, ich glaube, das ist irgendwo ein gutes Zeichen, weil hey, warum sollten die mich nen ganzen Tag beschäftigen, wenn sie kein Interesse an mir hätten? - und ich bin auch sehr dankbar, denn mann, bei fünf Abteilungen wird ja wohl eine dabei sein, die irgendwas mit mir anfangen kann, oder? -- aber... aber... Wie soll ich denn so einen Marathon aus Bewerbungsgesprächen nervlich durchstehen? Wenn ich bei den letzten beiden angekommen bin, bin ich doch längst so vermatscht im Kopf, dass ich kaum noch einen guten Eindruck hinterlassen kann XD""

 

Aber. Wie auch immer. Ich habe 9 h (fairnesshalber zugegeben, sind davon gut 2h Mittagspause xD), um SE davon zu überzeugen, dass ich geil bin. Also, ehrlich, wenn ich das jetzt noch verkackt kriege, wrde ich mir das mein Leben lang nicht verzeihen.

3 Kommentare 29.8.12 23:18, kommentieren

Newsflash

So, da ich ja nun auch virtuell wieder lebe, erst mal ein kleiner Newsflash der vergangenen Zeit.

 

Erst einmal vorweg: ich bin wieder vollständig gesund, man muss sich um mein Talent, mir Krankheiten einzufangen, also zumindest vorerst nicht mehr sorgen.

 

Dann das Wichtigste zuerst: 14.09. - Daumen drücken. Mein hoffentlich letztes Bewerbungsgespräch mit Square Enix steht an und ich habe dafür sogar einen Tag Urlaub bekommen. ^.~

Das kommende Bewerbungsgespräch wird mit den Abteilungsleitern drei verschiedener Abteilungen sein, und wenn ich Glück habe, sucht mich dann einer von denen aus und der ganze Stress ist endlich vorüber - man weiß es nicht, man weiß es nicht. Gerade sitze ich erst mal wieder an einem neuen Motivationschreiben, als hätten die nicht mittlerweile genug von mir gehört, und kriege es morgen früh hoffentlich fertig, damit ich es rausschicken kann. Man ist auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht, ich habe in den letzten Tagen ja SO oft mit Square Enix telefoniert, dass ich zumindest gerade relativ wenig Angst vor dem kommenden Bewerbungsgespräch verspüre - mag aber auch nur die Resignation sein, weil es einfach nicht aufhört. XD

 

Was gibts zum Praktikum zu sagen?

Ich habe mittlerweile mehrere Abteilungen durchlaufen und vom 16. - 24. ein paar sehr glückliche Tage bei den Technikern verbracht, genauer gesagt bei den "Entwicklern" - dort hatte ich eine angenehme Mischung aus "Vorort Maschinen testen" und am PC hocken, Recherchen betreiben, etc. - die Leute dort haben mich tatsächlich mal ernst genommen und mit einem meiner Kollegen, dem guten Kondo, konnte man sogar während der Arbeit mal lachen xD Als mein persönlicher Star, der liebe Sugimoto, auf die Idee kam, mir mal eben auf Japanisch mit einem Physikbuch Formellehren erteilen zu müssen, dachte ich zwar, er wolle mich auf den Arm nehmen, aber hey, er hat echt alles gegeben, mir irgendwie die Welt der Physik näher zu bringen. Letztlich habe ich unter Sugimotos Anleitung sogar gelernt, ziemlich komplexe Simulationssoftwares anzuwenden, selbst 3D Graphiken zu erstellen und noch ziemlich viele andere Scherze - und das an einem Tag. Als er mir morgens verkündete, was ich lernen sollte, hielt ich es für einen Scherz, vor allem, weil diese gemeine, böse Software natürlich vor Fachvokabular so strotzt, aber hey, irgendwie lief das sogar ziemlich gut.
Inzwischen bin ich bei den Testern, die überprüfen, ob die Techniker alles cool gemacht haben. Das heißt in erster Linie wieder von früh bis spät in der brühend heißen Fabrik rumlaufen und an Maschinen rumschrauben, aber da ich bei den Entwicklern ja bereits gelernt habe, wie man mit den Babes umgeht, muss ich gestehen: mir macht es sogar ziemlich viel Spaß, mit Schraubenschlüsseln und anderem Schnickschnack bewaffnet rumzulaufen und Maschinen auseinanderzunehmen xD Es ist halt eigentlich nicht der Sinn dieses Praktikums, dass ich zum Handwerker werde, deswegen habe ich immer noch das Gefühl, den großen Teil der Zeit einfach nur beschäftigt zu werden, aber immerhin habe ich ziemlich viel Freude daran und hey, irgendwie hats ja auch Stil, als Mädel im Blaumann mit Helm durch die Fabrik zu laufen und an Maschinen zu schrauben. ;-) Großer, böser Haken: Mann, wir haben nicht mal eine Scheißklimaanlage in der Fabrik, Temperaturen von 35° aufwärts sind die Norm und ALTER, ich kann mit so was ja mal gar nicht. Ich verrecke jeden Tag aufs Neue und sehe ununterbrochen aus wie ein Eimer, aber hey, ich bin ja auch nicht hier, um einen Schönheitscontest zu gewinnen.

 Ansonsten bin ich in der Firma der Opi-Magnet. All die lieben, alten Opas lieben mich und haben total große Freude daran, mit mir zu plaudern - und ich habe sie alle total lieb - , aber bei den jungen Leuten, die es ja doch zu einem erstaunlich großen Anteil gibt, stoße ich nach wie vor auf Granit. Wie der gute Takahashi-san neulich zu mir meinte: Wir sind hier auf dem Dorf. Die jungen Leute bei uns in der Firma sind noch nicht so weit, sich locker mit Ausländern zu unterhalten. - Traurig, aber wahr. Und irgendwie hats mich getröstet, dass ER das gesagt hat und nicht ich. xD Jede Mittagspause renne ich zurück zu den Technikern, weil dort mein heißgeliebter Tanaka-san immer hockt und eine nach der nächsten raucht. Tanaka ist mein Papa hier in Shizuoka und kümmert sich immer so lieb um mich, weil er weiß, dass die Leute in meinem Alter mich meiden; ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich ihn dafür LIEBE. Er ist immer nett, immer lustig, hat immer was Interessantes zum Quatschen und ist auch einfach so unglaublich clever und fürsorglich, dass ich jeden Tag der Mittagspause entgegen sehne, weil wir dann 15-20Min plaudern können. :3

 Wenn man quasi jeden Tag neue Kollegen kennen lernt, muss man immer wieder dieselben Fragen beantworten. Das ist normal und nicht weiter schlimm, aber wow, ich finde es tragisch komisch, dass die Leute hier generell nur 3 Themen kennen, um mit mir zu kommunizieren.

Thema Nr. 1: Das japanische Essen. Kannst du japanisches Essen essen? Ach, wirklich? Obwohl so vieles roh ist? Sag bloß. Das ist ja ganz ERSTAUNLICH! Aber ihr esst in Deutschland doch eigentlich immer Kartoffeln und Würstchen, nein? Wann fangt ihr denn eigentlich an, Bier zu trinken? Wie, ihr trinkt nicht jeden Tag Bier? Wie viel Bier kannst du denn so trinken?

Jeden Tag oben genannte Fragen? Check.

Thema Nr. 2: Das Wetter. Japan ist warm, nicht wahr? Wie ist denn das Wetter in Deutschland so? Habt ihr auch vier Jahreszeiten so wie wir? Ach, wirklich? Erstaunlich. Ja, die Luftfeuchtigkeit in Japan ist hoch, das stimmt.

Jeden Tag oben genanntes Gespräch? Double Check, kommt mindestens zwei Mal pro Tag vor.

Thema Nr. 3: Meine Größe. Wie groß bist du? Du bist wirklich ganz schön groß! Wie groß sind deutsche Frauen im Durchschnitt? Und die Männer? Was, es gibt auch kleine Deutsche? Wirklich? So groß wie Japaner? Das gibt es? Ich dachte, ihr Deutschen seid alle mindestens 1,80m!

Oh, wie ich es liebe, jeden Tag aufs Neue zu erklären, dass wir Deutschen nicht mal eben eine komplette Nation aus Riesen sind. XDD

 

Also, ehrlich, es ist irgendwie süß, es stört mich auch nicht weiter, aber woooow, gibt es denn keine anderen Gesprächsthemen?

Ach, doch, gibt es. Thema Nr. 4, wenn es tiefgründiger wird:

Kanji: Kannst du Kanji lesen? Ach, nein, wirklich? Das ist ja beeindruckend. Und dabei bist du doch Ausländerin! Wie hast du das bloß geschafft? Das ist ja der Wahnsinn. 

 

 ... Ja, ähm... Wow, bin ich cool. xD Ich bin groß, trinke Bier, kann Schriftzeichen lesen und komme aus einem Land, in dem es Jahreszeiten gibt - und zu allem Überfluss kann ich auch noch japanische Speisen genießen, ohne dass ich sterben muss.

Okay, das klingt jetzt alles furchtbar zynisch und bösartig, aber so meine ich es wirklich nicht. Ich finde es nur so uuunglaublich erstaunlich, wie deutlich man auch an diesen Dingen den Unterschied zwischen Stadt und Land merkt. Die Leute hier können sich einfach nicht mal VORSTELLEN, dass ein Ausländer überhaupt weiß, was japanische Speisen sind, und sie kennen nichts als die üblichen Stereotypen zum Deutschen; mitunter sind sie sogar enttäuscht, wenn ich ihnen erkläre, dass wir nicht vom Mittag an saufen, bis wir umfallen - also, zumindest nicht alle Deutschen. Als ich neulich einem Kollegen erklärte, dass es auch Deutsche gibt, die kein Bier oder sogar gar keinen Alkohol generell mögen, ist er fast vom Glauben abgefallen. XDDD Die Beschränktheit auf Vorstellungen und Stereotypen ist mir so krass in Tokyo einfach noch nie begegnet, und vor allen Dingen die Ablehnung der jungen Leute hier hat mich zunächst wirklich in Erstaunen versetzt. Ich meine, ich kenne wirklich einen ganzen Haufen Japaner und habe ein paar besonders liebe, enge Freunde wie Yuko und Mariko - unter all diesen Jugendlichen ist mir nie jemand begegnet, der so vorurteilsbelastet war gegenüber Ausländern. Ohne das böse zu meinen, ist das selbstverständlich auch eine Frage des Horizonts und inwiefern dieser global geweitet ist - und das trifft auf die jungen Menschen hier eben nicht so wirklich zu. Sie sind ja durchaus freundlich zu mir, wenn es einen Grund gibt, mit mir zu sprechen, aber das konstante Ignorieren in den Pausen finde ich wirklich schade. Auch, wenn ich mittlerweile zumindest nicht mehr allein bin, sondern immer ein paar meiner älteren Kollegen an der Seite habe, die mich fröhlich zu plaudern.

 

Diesen Freitag geht es für zwei wunderbare Tage nach Hause zu Yuko nach Yokohama, ein bisschen Seele baumeln lassen und viel zu viel Geld in Shinjuku in Umlauf bringen.

 

Was bleibt zu sagen? Mir geht es gut, ich komme hier erstaunlich gut klar und fühle mich noch nicht mal allzu einsam, obwohl ich quasi 5 aus 7 Abenden allein verbringe (1, 2 Mal die Woche gehen Lin und ich zusammen spazieren, damit wir nicht in unseren Wohnungen versauern xD). Die Arbeit ist recht sinnlos im Vergleich zu dem, was ich mir erhofft habe, macht mir aber viel Spaß, die Leute sind nett und im japanischen Alltagsleben komme ich prima klar. Das ist mir letztlich die wichtigste Erfahrung: die Firma hier ist nicht so das Wahre für mich, klar, aber ich weiß zumindest schon mal, dass ich sowohl den japanischen Arbeitsalltag als auch das Leben an sich hier echt relativ problemlos auf die Reihe kriege und mich trotz der ganzen Ausländerdisserei hier im Kaff pudelwohl fühle. ^_^

 

So weit,  so gut. Ich wünsch euch was, ihr Lieben! <3

28.8.12 15:33, kommentieren